Ernesto Tatafiore

Verlängerung der Ausstellung:
bis 17. Juni 2019


Zur Ausstellung erscheint ein Katalog:
104 Seiten, 67 Abbildungen


Danton, 1979, Öl und Collage auf Leinwand, 36,5 x 45,5 cm



Ernesto Tatafiore, 1943 in Neapel geboren, hatte vor fünfzig Jahren, 1969, seine erste Ausstellung bei Lucio Amelio, die früh seine Position markiert. In dieser damals führenden italienischen Avantgardegalerie stellt er in der Folge wiederholt aus, unter anderem mit Joseph Beuys, Richard Long, Robert Rauschenberg und Andy Warhol. Im nächsten Jahr, 1970, nimmt Tatafiore an der Biennale in Venedig teil, danach noch zweimal, 1980 und 1990. 1980 ist er auch an der Überblicksaustellung zur zeitgenössischen italienischen Kunst in drei Museen beteiligt, der Kunsthalle Basel, dem Museum Folkwang Essen und dem Stedelijk Museum Amsterdam, dazu erscheint ein separater Katalog. 1982 folgt die Einzelausstellung im Kunstmuseum Luzern. 1985 zeigt das Metropolitan Museum of Art in New York das grafische Werk des Künstlers. Galerieausstellungen unter anderem bei Paul Maenz, Köln, André Emmerich, New York, und in der Lisson Gallery, London. 1993 umfassende Ausstellung im Museum moderner Kunst Wien, 2005 im Museo Capodimonte in Neapel und 2009 in Reggia di Caserta, dem barocken Königspalast von Caserta.

Tatafiore nimmt in der Kunst seit den siebziger Jahren eine unverwechselbare und herausgehobene Position ein. Das gilt auch gegenüber den italienischen Bewegungen der Arte Povera und Transavanguardia, zu denen es am Anfang Berührungspunkte gibt. Tatafiore entwickelt früh die künstlerischen Ausdrucksformen, die charakteristisch für ihn bleiben, das Arbeiten mit unterschiedlichen Techniken und Materialien, die Verbindung von Malerei und Zeichnung mit Collage und objektartigen Skulpturen, den subversiver Ansatz. Zentral ist das Thema der Französischen Revolution, dazu gehören das revolutionäre Personal und die Allegorie der Tugend, die ihr innewohnenden Ambivalenzen, der mythologische Hintergrund wie allgemein die universale Sicht auf die Geschichte als Allegorie. Die Französische Revolution stellt für den Künstler „eine Art ‚Große Metapher‘ dar“ (Jean-Christophe Ammann). Sie ist Gegenstand kontinuierlicher, mehr spielerischer oder hintergründiger, die Sprache mit einbeziehender Auseinandersetzung. In allem offenbart sich, wie das für die weiteren Themenfelder gilt, die Tatafiore sich erschließt, eine große künstlerische Eigenständigkeit und Unmittelbarkeit.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit 104 Seiten und 67 Abbildungen. Er umfasst Leinwände, größerformatige Acryl- und Gouachearbeiten auf Papier, frühe Revolutionszeichnungen und ausgewählte Grafik.


Adieu, adieu, 1969, Gouache, Bleistift, 22 x 19 cm