Horst Schäfer

New York – Frühe Abzüge

Verlängerung der Ausstellung:
bis zum 22. April 2019


Garment District, 7th Avenue, 1961, Abzug 1962



Horst Schäfer wurde 1932 in Bruchertseifen im Westerwald geboren. Erste Agenturtätigkeit als Fotograf 1959. Schon die frühen Arbeiten zeigen die eigene Sicht und später stilprägende Bildauffassung, wie die abstrahierende Vorgehensweise, das Arbeiten mit den Kontrastwerten Hell und Dunkel. Angesichts der Bedeutung der USA für die Pressefotografie in jener Zeit Übersiedelung 1961 nach New York. Dort tätig als Agenturfotograf. Schäfer wird früh Mitarbeiter des New Yorker Büros von Agence France-Press (AFP), erlangt dadurch Zugang zu den wichtigen Presseagenturen und Fotozeitschriften. Arbeiten und Serien erscheinen unter anderem in Newsweek, Harper’s Bazaar, Life, Fortune. Erster größerer Beitrag 1962 in US Camera, 1964 Ausstellung von „Architectural Views“ im Rockefeller Center, im folgenden mehrere Fotoreportagen in der New York Times.

Daneben steht die freie Arbeit, die sich häufig aus der Auseinandersetzung mit der Topographie Manhattans entwickelt. Diese Architekturaufnahmen erschließen in ihrer abstrakten, strukturellen Auffassung und der spezifischen Lichtführung eine eigene ästhetische Welt und gewinnen dem Medium der Schwarzweißfotografie neue Möglichkeiten ab. Ebenso verdichten die Straßenszenen und die Bilder der Parks und städtischen Randzonen ein spezifisches Moment, vermitteln darüber hinaus durch die kompositorische Qualität und den Stimmungsgehalt etwas Zeitloses.

1968 erfolgt die Auszeichnung als „Outstanding Press Photographer of the Year 1968“. Nach der Rückkehr nach Deutschland 1980 Wiederaufnahme der Agenturtätigkeit. Die Zeitschrift Nike. European Photograph gibt 1994 eine großformatige Sondernummer zu Horst Schäfer heraus. 1996 findet eine umfassende Ausstellung in den Kunstsammlungen der Veste Coburg und 1997 in der Neuen Sammlung München statt. Die Publikation dazu wird mit dem „Sappi European Book Printer of the Year Award“ ausgezeichnet.

2013 erscheint in der Edition Dittmar eine Publikation zu New York mit 168 Seiten, 128 Abbildungen und mehreren Fachbeiträgen. Die Frankfurter Allgemeine schreibt aus diesem Anlass (3. 1. 2013): „Horst Schäfer ist Reportagefotograf, doch sein Blick auf die Welt ist der eines Künstlers. Das hat ihm die Karriere nicht leichtgemacht, und trotz vieler Preise, Bücher und Ausstellungen zählt er noch immer zu den unbekannten Großen des Mediums.“


Pennsylvania Station, Säuleneingang, 1962, Abzug 1962