Rudolf Englert

Zeichnungen 1961 bis 1980

9. Mai bis 23. Juni 2018


1975, Tusche und Acryl auf Japanpapier, 67,0 x 51,5 cm

Die Qualität der Blätter ist wirklich hervorragend, und es ist ein ästhetischer
Genuss, die fast unmerklichen Wandlungen im Minimalen wahrzunehmen.
(Graphische Sammlung München)
Das Werk und die Position von Rudolf Englert sind von herausragender Qualität.
Einen nochmaligen Dank für dieses schöne Buch. (Sprengel Museum Hannover)


Rudolf Englert (1921-1989) absolvierte ein Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf und ein späteres von 1952 bis 1956 an der Folkwang-Werkkunstschule in Essen. Seit Anfang der sechziger Jahre entwickelte er parallel zu anderen, ähnlich gelagerten Bewegungen, wie ZERO, aber weitgehend unabhängig seine Formensprache. Es entstanden in dichter Folge systematisch erarbeitete Werkfolgen vorrangig auf Papier. Diese Zyklen fanden durch Ausstellungen in führenden Häusern, beginnend mit einer Einzelausstellung in der Kunsthalle Kiel 1962, breite Resonanz. Die Kunstkritik, wie Will Grohmann 1964, hob die besondere Position Englerts innerhalb der Avantgardeströmungen hervor.

In den siebziger Jahren wurden die Kompositionen komplexer und bildmäßiger in der Anlage. Der Schriftcharakter wie die Anklänge an musikalische Notationen, die sich früh abzeichneten, traten deutlicher in den Vordergrund. In dem Vorgehen Englerts manifestierte sich der prinzipiell andere Ansatz im Vergleich zu den vielen sonstigen künstlerischen Strategien zur Schrift und Schriftgeste im Bild. Englert erschloss der Zeichnung auf diesem Wege mit seinem Instrumentarium neue Spielräume und Ausdrucksformen. Mit den eigentlich „leicht fassbaren und einfachen Mitteln erreichte Englert eine vielfältige Komplexität, eine Leichtigkeit und Dichte der Wirkung, eine sinnliche Verführungskraft und unerschöpfliche Faszination.“ (Erich Franz)

Die 2012 in der Edition Dittmar erschienene Publikation zu Rudolf Englert umfasst 184 Seiten und enthält neben Fachbeiträgen eine ausführliche Biographie und 140 Farbab-bildungen. Sie stellte das zeichnerische Werk des Künstlers zum ersten Mal umfassend vor und fand viel Beachtung.



1964, Tusche auf Papier, 29,7 x 20,8 cm




Ibiza, 1978, Tusche auf Papier, 23 x 32 cm