|
home > Künstler > mehr über...
Gottfried Salzmann Gottfried Salzmann wurde 1943 in Saalfelden geboren. 1963 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Seit 1965 in Paris Studium an der Ecole des Beaux Arts. 1972 Erster Preis für Zeichnung Pierre David-Weill des Institut de France, Paris, und Theodor Körner Preis in Wien. 1982 Monographie von Walter Koschatzky, dem damaligen Direktor der Graphischen Sammlung Albertina, Wien. Im gleichen Jahr Retrospektive in der Albertina mit Katalog. Ebenfalls 1982 Monographie zu den Zeichnungen von Wieland Schmied. Die Zeichnung hat in der Moderne, seit dem späten 19. Jahrhundert, einen entscheidenden Wandel erfahren, der auch ihren Rang neu definierte. Sie entfaltete ganz eigenständige Ausdrucksmöglichkeiten und trat gleichberechtigt neben die Malerei. Wieland Schmied formulierte 1977 anläßlich der Zeichnungssektion der documenta sogar den "Führungsanspruch der Zeichnung in der heutigen Kunst". Parallel zum Aquarellwerk entwickelte sich die zeichnerische Arbeit Gottfried Salzmanns. Die Gleichwertigkeit von Gegenstand und Form gilt genauso für die Zeichnung, wobei die Landschaft im Mittelpunkt steht. Salzmann arbeitet mit der Kohle, zu der die Pastellkreide treten kann. Die Kohle ermöglicht dem Künstler die Abstufungen bis zu den tiefen Schwärzen. Die einzelnen Partien sind dabei von unterschiedlicher Dichte, bewahren Transparenz und vermitteln ein Gefühl von Volumen und Tiefe. Wichtig ist das Verhältnis von weißer und dunkler Fläche und von Hell und Dunkel. Das führt einerseits zu einer Flächenbindung und einer Abstrahierung vom Dargestellten, andererseits, sofern das Weiß des Papiers als Helligkeit, also als Licht wahrgenommen wird, zu räumlichen Vorstellungen. Beide Wahrnehmungsweisen sind aufs engste miteinander verschränkt. Die Fragmentierungen und das Ungleichgewicht von bearbeiteten und freien Flächen machen die Spannung der Blätter aus. Es entsteht der Eindruck von Flüchtigkeit, die Natur wird prozeßhaft gesehen, bleibt häufig im Unbestimmten. Bewegtheit und atmosphärische Anklänge werden aber immer von der Bildwertigkeit, dem Formaufbau ausbalanciert. Mit seinem Verfahren leistet Gottfried Salzmann einen eigenständigen Beitrag zur Zeichnungskunst der Moderne. |